Sie ist schwanger und kommt zum ersten Mal in Begleitung ihrer Mutter zu SOS werdende Mütter. Ich empfange sie mit ein paar Worten über ihre „Freude“ und schenke ihr süße und sehr geschätzte kleine Wollschühchen, die sie für ihr ungeborenes Kind gestrickt hat. Sie sind gekommen, um sich über die mögliche Unterstützung durch unsere Organisation zu informieren.
Eine junge Studentin, die umgeben und doch isoliert ist
Um alles richtig zu verstehen und die von Lucie erwartete Unterstützung zu erhalten, schlage ich ihr vor, mir ihre Situation zu erklären. Was die „Freude“ betrifft, so hat Lucie sie zwar von Anfang an als solche empfunden, aber der Vater, die Verwandten und die Eltern haben sich nicht so gefreut. Als die junge Studentin von ihrer Mutterschaft erfuhr, war sie mit den Menschen, mit denen sie täglich zu tun hat und die daher ihre Bezugspersonen sind, auf sich allein gestellt. Allein, weil Lucie vom ersten Moment an davon überzeugt war, dass sie diesem Kind in ihrem Bauch das Leben schenken wollte, und dass dies nicht die Meinung ihrer Umgebung war.
Die Eltern erklärten all die Gefahren
Zunächst einmal reagierte der 20-jährige Vater gar nicht so schlecht. Doch dann schilderten ihm seine Eltern schnell die Gefahr, die die Ankunft des Kindes für seine schulische und berufliche Zukunft bedeutete. Auch die Eltern der werdenden Mutter reagierten mit der zusätzlichen Sorge, dass das Kind von einem alleinerziehenden Elternteil erzogen werden könnte. Hinzu kamen in den verschiedenen Gesprächen mit ihren Verwandten der finanzielle Aspekt und die Freiheit, oder sollte man sagen die verlorene Jugend, und viele andere „gute“ Gründe, eine andere Wahl zu treffen.
Sie erkannten
Lucie war so überwältigt, dass sie sich in einer psychiatrischen Klinik aufhalten musste. Nach diesem dramatischen Ereignis wurde ihren Eltern klar, wie wichtig es für ihre Tochter war, das Baby zu behalten. Von da an sicherten sie ihr ihre Unterstützung und die nötige Hilfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu. Mit großem Respekt beglückwünschte ich das Mädchen, das allen Widrigkeiten zum Trotz für das Leben dieses Kleinkindes gekämpft hatte. Ich bestätigte ihr auch die Hilfe des Vereins, um einen möglichst friedlichen Verlauf ihrer Mutterschaft zu gewährleisten.
Kraft und Unterstützung finden
In unserer Gesellschaft gibt es immer noch viele junge Mädchen, die bei der Ankündigung einer Schwangerschaft die gleichen Abenteuer erleben wie Lucie. Und leider finden nur wenige von ihnen die Kraft, den Mut und die Unterstützung, die sie brauchen, um den Kampf bis zum Ende durchzustehen! SOS werdende Mütter hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen zu helfen - Bleiben wir aufmerksam und sensibel für das, was um uns herum passiert.